Der Sternhimmel im März

Die Sonne
Der Frühling beginnt in diesem Jahr am 20. März um 10.01 Uhr. Dann erreicht unser Heimatstern den Frühlingspunkt am Firmament und überquert dort den Himmelsäquator von Süden nach Norden. An diesem Datum sind Tag und Nacht gleich lang (Tagundnachtgleiche).
In der Nacht auf Sonntag, den 30. März, beginnt wieder die Sommerzeit: Die Uhren werden um eine Stunde auf Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) vorgestellt.
Die Sonnenauf- und –untergangszeiten, angegeben in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) – wie alle Zeiten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt:
1. März 7.03 Uhr, 18.02 Uhr
10. März 6.44 Uhr, 18.17 Uhr
20. März 6.23 Uhr, 18.33 Uhr
31. März 5.59 Uhr, 18.51 Uhr
Der Mond
Unser Erdbegleiter startet als schmale Sichel in den März. Am 6. zieht er als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) durch das Sternbild „Stier“ und strahlt am 14. als Vollmond im „Löwen“.
Am Morgen dieses Tages ist der Beginn einer totalen Mondfinsternis zu beobachten. Dabei stehen Sonne, Erde und Mond so hintereinander, dass der Schatten, den die von der Sonne beleuchtete Erde in den Weltraum wirft, auf den Mond fällt. Die Verdunkelung des Mondes beginnt ab 6.09 Uhr, die totale Verfinsterung ab 7.26 Uhr. Leider geht in unseren Breiten der Mond schon vorher, um 6.41 Uhr, unter.
Am 22. wandert unser Erdtrabant als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch den „Schlangenträger“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet in der Neumondnacht des 29. vom Morgenhimmel.
An diesem Tag kommt es in Mitteleuropa zu einer teilweisen Sonnenfinsternis. Dabei stehen Sonne, Mond und Erde so hintereinander, dass sich der Mond für uns Beobachter auf der Erde vor die Sonne schiebt und diese teilweise verdeckt. Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis wird es dabei nicht merklich dunkler. Die Verdunkelung der Sonne beginnt um 11.24 Uhr, erreicht ihr Maximum um 12.10 Uhr, wenn 13 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt sind, und endet um 12.57 Uhr (Werte für Ulm). Vorsicht: Blicken Sie auf keinen Fall mit bloßem Auge in die Sonne, schon gar nicht mit Fernglas oder Fernrohr! Sie riskieren dadurch Ihr Augenlicht! Benutzen Sie nur „Sonnenfinsternisbrillen“ oder spezielle Sonnenfilter!
Die Planeten
Merkur, der sonnennächste Planet, ist im ersten Märzdrittel abends mit bloßem Auge sichtbar: Am 1. leuchtet er um 18.20 Uhr am Westhorizont, wo er gegen 19.15 Uhr in den horizontnahen Dunstschichten verschwindet, am 10. gegen 19.45 Uhr.
Venus, unser Nachbarplanet innerhalb der Erdbahn, streift durch die „Fische“. Zunächst zieht sie sich als „Abendstern“ vom Firmament zurück: Am Monatsersten geht sie um 21.06 Uhr unter, am 20. März bereits um 19.19 Uhr. Dann bleibt sie für einige Tage für das bloße Auge verschwunden, bis sie am 25. wieder als „Morgenstern“ zurückkehrt und um 5.18 Uhr aufgeht, am Monatsletzten schon um 4.54 Uhr (5.54 Uhr MESZ).
Mars, unser Nachbarplanet außerhalb der Erdbahn, steht in der Abenddämmerung bereits hoch im Süden in den „Zwillingen“. Er sinkt am 1. März früh morgens um 5.25 Uhr unter den Horizont, am 31. bereits um 3.41 Uhr (4.41 Uhr MESZ).
Jupiter, mit elf Erddurchmessern der größte Planet im Sonnensystem, wandert durch den „Stier“ und zieht sich aus der zweiten Nachthälfte zurück. Am Monatsersten verschwindet er um 2.26 Uhr unter dem Horizont, am Monatsletzten bereits um 0.46 Uhr (1.46 Uhr MESZ).
Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet unseres Sonnensystems, bleibt im März unsichtbar.
Die Fixsterne
Der Frühling hält unter den Sternbildern seinen Einzug und lässt die Wintersternbilder, deren auffälligsten Sterne das Wintersechseck um den prächtigen „Orion“ bilden, im Westen versinken.
Ein leicht erkennbares, typisches Frühlingssternbild ist der „Löwe“, der schon vor 4000 Jahren im Zweistromland im heutigen Irak und Iran bekannt war. Der helle Stern in der Brust des Raubtiers heißt Regulus. Der berühmte Astronom Nikolaus Kopernikus gab ihm diesen Namen, der „kleiner König“ bedeutet. Regulus liegt fast genau auf der Ekliptik, jener Bahn, auf der sich die Sonne und alle Planeten am Himmel entlang bewegen (siehe Sternkarte).
Schwieriger zusammenzusuchen sind die Sterne des Sternbilds „Krebs“. In dessen Zentrum aus vier schwachen Sternen kann man mit einem Fernglas – in dunklen Beobachtungsgegenden sogar mit bloßem Auge – leicht den offenen Sternhaufen „Praesepe“ (Krippe) mit der Messier-Katalognummer M44 erkennen, eine Ansammlung von 350 Sternen in etwa 580 Lichtjahren Entfernung.
Verlängert man den Schwanz des „Großen Bären“, trifft man auf den orangefarbenen Arktur. Er ist der hellste Stern auf der nördlichen Hälfte der Himmelskugel und nach Sirius und Canopus der dritthellste Stern am Nachthimmel. Arktur ist der Hauptstern des Sternbilds „Bärenhüter“ oder „Bootes“ (sprich: Bo-otes).
Südlich des „Bärenhüters“ liegt die „Jungfrau“, deren blau-weiß leuchtender Hauptstern Spica zusammen mit den Sternen Arktur und Regulus das einprägsame Frühlingsdreieck bildet.