Der Sternhimmel im Januar

Die Sonne
Am 3. Januar steht die Erde mit 147 Millionen Kilometern Entfernung der Sonne am nächsten (Perihel). Dass währenddessen auf der Nordhalbkugel der Erde die kälteste Jahreszeit herrscht, mag zunächst verwundern, liegt aber am flachen Einfallswinkel des Sonnenlichts über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel der Erde ist der Einfallswinkel steiler, weshalb dort schon im letzten Monat der Sommer begonnen hat.
Die Tabelle mit den Auf- und Untergangszeiten, angegeben – wie alle Zeiten in diesem Artikel – in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ):
1. Januar 8.19 Uhr, 16.29 Uhr
10. Januar 8.16 Uhr, 16.39 Uhr
20. Januar 8.08 Uhr, 16.54 Uhr
31. Januar 7.55 Uhr, 17.12 Uhr.
Der Mond
Gleich am 3. Januar strahlt unser Erdbegleiter als Vollmond im Sternbild „Zwillinge“. Am 10. zieht er mit schwindender Leuchtkraft als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch die „Jungfrau“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel ist in der Neumondnacht des 18. nicht mehr am Firmament zu sehen. Sie kehrt jedoch wenige Tage später wieder an den westlichen Abendhimmel zurück. Die Wölbung der Sichel hat nun ihre Seite gewechselt. Sie wies vorher nach Osten und weist nun nach Westen, zeigt aber immer zur Sonne. Bis zum 26. ist die Mondsichel wieder zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) angewachsen, der durch den „Widder“ wandert.
Am 3. Januar steht der Mond in der Nähe des Planeten Jupiter, am 23. in der Nähe des Planeten Saturn, am 27. bei den Plejaden, am 30. und am 31. wieder bei Jupiter.
Die Planeten
Die drei Planeten Merkur, Venus und Mars sind im Januar nicht zu beobachten. Sie halten sich in der Nähe der Sonne oder sogar hinter ihr auf.
Jupiter, mit elf Erddurchmessern der größte Planet im Sonnensystem, ist bereits in der Abenddämmerung als auffälliger Lichtpunkt in den „Zwillingen“ zu erkennen.
Der riesige Gasplanet bietet in diesem Monat die besten Beobachtungsmöglichkeiten des Jahres, da er in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar seine Oppositionsstellung erreicht. Bei einer Jupiteropposition sind Sonne, Erde und Jupiter entlang einer geraden Linie aufgereiht. Diese Stellung ist für die Beobachtung des Planeten doppelt ideal: Jupiter ist die ganze Nacht über sichtbar – er geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter – und sein Abstand zur Erde ist am geringsten. Dadurch sind sein Durchmesser und seine Helligkeit am Firmament am größten. Aufgrund der elliptischen Bahnen von Erde und Jupiter fällt der Zeitpunkt der Opposition nicht genau mit dem der geringsten Entfernung zusammen. Der geringste Abstand wird bereits einen Tag vorher erreicht. Jupiter und Erde trennen dann „nur“ 633 Millionen Kilometer. Selbst das Licht braucht jedoch 35 Minuten, um diese Distanz zurückzulegen.
Am Oppositionstag geht Jupiter um 16.26 Uhr über den nordöstlichen Horizont auf und an nächsten Morgen um 8.29 Uhr am nordwestlichen Horizont wieder unter, am Monatsletzten bereits um 6.39 Uhr.
Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet unseres Sonnensystems, wechselt am 15. Januar vom „Wassermann“ in die „Fische“. Er ist schon gegen 18 Uhr in der einsetzenden Dunkelheit im Südwesten zu erkennen. Der Ringplanet zieht sich im Januar langsam vom Abendhimmel zurück. Am Monatsersten geht er um 23.10 Uhr unter, am Monatsletzten bereits um 21.26 Uhr.
Die Fixsterne
Der Januar ist der ideale Monat, um sechs klassische Wintersternbilder zu beobachten, deren hellste Sterne das einprägsame Wintersechseck bilden. Es ist auf der Sternkarte gestrichelt eingezeichnet: Starten wir mit dem hellen, gelben Stern Kapella im Sternbild „Fuhrmann“, das selbst ein Fünfeck bildet. Es befindet sich fast im Zenit des Firmaments, also senkrecht über unserem Kopf. Auf der Sternkarte liegt dieser Ort auf dem Schnittpunkt der gedachten Nord-Süd- mit der Ost-West-Linie. Weiter im Uhrzeigersinn finden wir im „Stier“ den rötlichen Riesenstern Aldebaran mit 45-fachem Sonnendurchmesser. Nordwestlich davon ist im „Stier“ eine auffällige Ansammlung von Sternen zu erkennen. Es handelt sich um den offenen Sternhaufen der Plejaden (Messier-Katalognummer M45), der in einer Entfernung von etwa 440 Lichtjahren mindestens 500 Sonnen vereint. Der dritte Stern im Wintersechseck ist Rigel, der helle Stern rechts unten im „Orion“. Der antike Jäger „Orion“ ist neben dem „Großen Bär“ eines der bekanntesten Sternbilder am Nachthimmel. In der Mitte des „Orion“, unterhalb seiner drei nebeneinander aufgereihten Gürtelsterne, ist schon mit dem Fernglas der Große Orionnebel (M42) auszumachen. Es handelt sich dabei um eine gigantische Wasserstoffwolke und die Geburtsstätte neuer Sterne, wie es spektakuläre Bilder des Hubble-Weltraumteleskops beweisen. In der Südsee sieht man im „Orion“ einen Schmetterling: Die drei Gürtelsterne bilden den Insektenleib, die beiden Schulter- und Kniesterne formen die Enden jeweils eines Flügels. Der vierte Stern des Wintersechsecks ist Sirius im „Großen Hund“. Der weiße Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel. Er ist nur etwa doppelt so weit von der Erde entfernt wie unser nächster Sternennachbar Proxima Centauri, nämlich 8,6 Lichtjahre. Der „Kleine Hund“ stellt mit Prokyon den fünften Stern. Er zählt mit einer Entfernung von 11,5 Lichtjahren wie Sirius zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Pollux, der südlichere der beiden hellen Sterne Pollux und Castor in den „Zwillingen“, schließt das Wintersechseck ab.