Der Sternhimmel im Oktober

Die Sonne
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober, endet die Sommerzeit. Die Uhren werden um eine Stunde auf Mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt.
Die Auf- und Untergangszeiten der Sonne, angegeben in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) – wie alle Zeiten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt:
01.10. 7:20 Uhr, 18:59 Uhr
10.10. 7:34 Uhr, 18:39 Uhr
20.10. 7:50 Uhr, 18:19 Uhr
31.10. 7:08 Uhr MEZ, 16:59 Uhr MEZ
Der Mond
Unser Erdbegleiter zieht am 3. Oktober als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch das Sternbild „Zwillinge“. Die daraufhin immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet in der Neumondnacht des 10. vom Himmel. Sie taucht jedoch in den folgenden Tagen wieder am westlichen Abendfirmament auf. Ihre Wölbung zeigt nun nach Westen. Am 18. streift der zunehmende Halbmond (Phase des ersten Viertels) durch den „Schützen“ und rundet sich am 26. in den „Fischen“ zum Vollmond.
Am frühen Morgen des 5. Oktober stehen die abnehmende Mondsichel und Mars nahe beieinander, am frühen Morgen des 6. Mond und Jupiter. Am späten Abend des 24. steht der Mond in der Nähe des Saturns.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober streift der noch fast volle Mond den offenen Sternhaufen der Plejaden im „Stier“.
Die Planeten
Merkur, der sonnennächste Planet unseres Sonnensystems, und Venus, unser Nachbarplanet innerhalb der Erdbahn, sind in diesem Monat nicht zu sehen.
Mars, unser Nachbarplanet außerhalb der Erdbahn, zeigt sich nach Mitternacht. Er geht am Monatsersten um 1:06 Uhr im Osten auf, am Monatsletzten schon um 23:37 Uhr MEZ. Am 30. Oktober wechselt der rote Planet vom „Krebs“ in den „Löwen“.
Jupiter, mit elf Erddurchmessern der größte Planet im Sonnensystem, folgt dem Mars und taucht am 1. Oktober um 2:49 Uhr über dem Osthorizont auf, am 31. bereits um 0:16 Uhr MEZ. Er wandert durch den „Löwen“, wo er leicht aufzuspüren ist: Als hellster Planet im Oktober wird er nur noch vom Mond in der Helligkeit übertroffen.
Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet unseres Sonnensystems, steht im „Walfisch“. Dort bietet sich in diesem Jahr die beste Möglichkeit, ihn zu beobachten, da er am 4. Oktober seine Oppositionsstellung erreicht. Dabei reihen sich Sonne, Erde und Saturn entlang einer geraden Linie auf. Diese Stellung ist für die Saturnbeobachtung ideal, da der Ringplanet die ganze Nacht über sichtbar ist – er geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter – und seine Entfernung zur Erde am geringsten ist. Dadurch erscheinen sein Durchmesser und seine Helligkeit am Firmament am größten. Zur Opposition trennen Saturn und Erde 1260 Millionen Kilometer, sein Licht braucht eine Stunde und zehn Minuten zu uns.
Saturn geht in der Oppositionsnacht um 18:59 Uhr recht genau im Osten auf und am nächsten Morgen um 7:23 Uhr im Westen unter, am 25. bereits um 5:56 Uhr MEZ.
Die Fixsterne
Ein ausgedehntes Sternenquadrat beherrscht spät abends den Südhimmel: das Herbstviereck. Es ist leicht zu erkennen und war schon bei den alten Griechen als das legendäre Flügelpferd „Pegasus“ bekannt, das nun langsam die Sommersternbilder nach Westen treibt.
Im Zenit leuchtet das markante Himmels-W, die „Kassiopeia“. Weiter östlich liegt „Perseus“. Der hellste Stern in seinem westlichen Sternbildarm blinkt in einem ungefähren Drei-Tage-Rhythmus. Schon seit der Antike ist dieser Stern als Algol oder „Teufelsauge“ bekannt. In Wirklichkeit ist er ein sogenannter Bedeckungsveränderlicher. Dabei umkreisen sich zwei unterschiedlich helle Sterne, die sich von Zeit zu Zeit verdecken. Stehen sie von der Erde aus gesehen nebeneinander, leuchtet das Sternsystem am hellsten. Steht der dunklere der beiden Sterne vor dem helleren, leuchtet das Sternsystem am schwächsten.
Mit einem scharfen Auge und ohne störende künstliche Lichtquellen ist im Sternbild „Andromeda“ das am weitesten entfernte, mit bloßem Auge sichtbare Objekt als Nebelfleck zu erkennen: die Andromedagalaxie (im Messier-Katalog der Astronomen als M31 verzeichnet). Sie ist die nächste größere Nachbargalaxie unserer Milchstraße, von der sie 2,5 Millionen Lichtjahre trennen. Sie besteht aus einer gigantischen Spirale aus 200 Milliarden Sternen, die in einer Diskusform angeordnet sind. In der Sternkarte ist sie als graues Oval markiert.
Ein großer Sprung nach Süden führt zum „Südlichen Fisch“. Sein hellster Stern Fomalhaut (sprich: Fom-al-haut, arab. Maul des Fisches) ist der 13.-hellste von Deutschland aus sichtbare Stern und war einer der Leitsterne für die Navigation der neun US-amerikanischen Apollo-Raumschiffe auf ihrem Weg zum Mond und zurück.